“Bula!” – Post aus Fiji

Diese Tage erreichte uns ein erfreuliches Mail aus Fiji. Unsere beiden Absolventinnen Leonice und Patricia haben sich nach der Ausbildung auf den Weg gemacht und … reisten an das andere Ende unserer Welt. Hier ihr Bericht.

Liebe Frau Direktor! Liebe Lehrerinnen und Lehrer! Liebe Schülerinnen und Schüler!

Bula, das heißt Hallo, ist eines von den Wörtern, die wir im Kindergarten auf Fiji lernen durften. Unser Kindergarten befindet sich in der Nähe von Sigatoka und heißt “Nokonoko Kindergarten”. Hier sprechen die Kinder Fiji beziehungsweise Hindi und lernen ab dem Kindergarten Englisch. Alle Kinder sind gleich alt, denn hier startet man erst ein Jahr vor Schulstart, also mit 5 Jahren. Mädchen und Buben tragen aufgrund der Hitze und der Lebensweise kurzes Jahr, sodass wir anfangs ganz fälschlicherweise dachten, dass viel mehr Jungs in der Gruppe sind. Tatsächlich besuchen unseren Kindergarten insgesamt 30 Kinder und mehr als die Hälfte davon sind Mädls. “Teachers” bzw. “Madames”, wie sie hier genannt werden, also Pädagoginnen, gibt es zwei, die uns gleich am ersten Tag in die Arbeit miteinbezogen haben. Die Begrüßung jeden Morgen “Good morning madame Patricia” und “Good morning madame Leonice” werden wir bestimmt nie vergessen. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal von dem Kindergarten auf Fiji und einem Kindergarten zuhause ist die Tagesstruktur. In der Früh wird hier gebetet, anschließend gelernt, geübt und wiederholt, danach gejausnet und dann gehts ab in den Garten. Die Jause nimmt jedes Kind für sich selbst mit, meist besteht diese aus Reis, Nudeln oder Roti. Gegessen wird immer mit den Händen und auf einem niedrigen Tisch, aber ohne Stühle, denn man sitzt am Boden. Nach der Jause haben die Kinder die Möglichkeit, sich um 20 Cent etwas Süßes bei der “Madame” zu kaufen. Lernen heißt hier, dass alle Kinder vor der Tafel sitzen und die Pädagogin mit ihnen Zahlen, Formen und Farben bespricht. Wir dürfen jeden Tag ein Spiel für die Kinder vorbereiten, welches sich immer um das Thema Zahlen handelt. Zum Beispiel müssen die Kinder die richtige Zahl dem richtigen Bild zuordnen. Ganz klar zu erkennen ist, dass die Angebote hier sehr anders und mehr an die Schule angelehnt sind. Auch die Lautstärke im Gruppenraum unterscheidet sich ganz deutlich, was eventuell auch einfach auf die andere Mentalität hier auf Fiji zurückzuführen ist und auf die Größe des Kindergartens, denn dieser besteht nur aus einem einzigem Raum. Es wird viel gelacht, gesungen, getanzt und gebrüllt. Hier ist es auch ganz normal, dass die Kinder immer wieder aus dem Kindergarten hinaus laufen, um sich im Freien bei dem Wasserhahn den Kopf oder das Gesicht zu waschen und sich abzukühlen. Im Kindergarten gibt es eine Uniform und auch für uns gilt eine Kleiderordnung, und zwar, dass wir einen Sarong tragen. Leider ist es etwas dreckig im Gruppenraum und das Spielzeug oft unvollständig oder schon sehr abgenutzt. Trotz den ärmeren Verhältnissen auf Fiji wirken die Kinder immer glücklich und zufrieden und strahlen unendlich viel Freude aus. Wir haben auch schon bemerkt, dass die Kinder ein besonders gutes Rhythmusgefühl haben und viel mit Musik und Tanz aufwachsen dürfen. Ein Tanz gefällt uns besonders gut und wir dürfen diesen jeden Tag mit den Kindern üben, denn schon nächste Woche beginnen hier die Sommerferien und es wird ein großes Abschiedsfest gefeiert.

Hoffentlich konnten wir euch mit unserer Nachricht etwas Fijiluft schnuppern lassen. Wir sind sehr froh, hier sein zu dürfen und unseren Horizont mit neuen Eindrücken, Erfahrungen und Erlebnissen zu erweitern. Und egal wie unterschiedlich die Kindergärten auf der ganzen Welt auch sein mögen, die Kinder selbst lassen unsere Herzen immer aufgehen.

Viele liebe Grüße und hoffentlich bis bald,
Patricia Bergmann und Leonice Bair

Im Anhang senden wir noch ein letztes Foto von unserem Aufenthalt in Fiji. Dieses zeigt die Verabschiedung von unseren Koordinatorinnen des Freiwilligenprojekts “The Green Lion”, die uns mit den selbstgemachten Blumenketten überrascht haben. Schon morgen heißt es für uns Abschied nehmen von den Kindern und am Dienstag geht unsere Reise weiter nach Australien.

Viele liebe Grüße und noch einmal danke!