TATSACHEN: Gedanken einer Religionslehrerin

In die Newsletter-Rubrik TATSACHEN fallen Neuigkeiten oder einfach auch „Alltäglichkeiten“ aus dem Schulleben und zu unserem Schultyp. Diesmal beschreibt Mag. Astrid Vantsch, Religionslehrerin an unserer BAfEP, mit welcher Haltung sie an ihren Unterricht herangeht. Klar wird, wie sehr wir Unterrichtende als „ganze“ Menschen in den Klassen stehen und welch große Rolle die Beziehung zu den jungen Menschen spielt. Klare, ehrliche und mutige Worte….lassen Sie sich darauf ein…..

„Wenn mich jemand fragen würde….“

Wenn mich jemand fragen würde: „Was ist (für dich) die wesentliche Botschaft des Christentums?”, so würde ich antworten: „Gott ist Beziehung“. GOTT ist in sich Beziehung und steht mit uns in Beziehung von Anbeginn der Welt. Gott Vater, JHWH, der „Ich bin der Ich-bin-da“, Jesus, der Mensch und Gottes Sohn und der Heilige Geist, der in unseren Beziehungen „weht“.

Diese Zusage Gottes „Ich bin da“ trägt mich durch mein Leben und bereichert es ungemein.

Als Religionslehrerin ist es mir ein großes Anliegen, den Schülerinnen und Schülern diesen Schatz der christlichen Botschaft zu vermitteln, damit er auch für sie zu einer tragenden Säule in ihrem Leben werden kann.

Die frohe Botschaft Gottes jungen Menschen näher zu bringen, ist nicht nur für die Kirche heute, sondern auch für mich täglich eine Herausforderung.

Die Chance für mich liegt aber genau darin, was Gott selbst ist: in der Beziehung.

Mit den jungen Menschen unterwegs zu sein, sie versuchen zu verstehen, ihnen zu vermitteln, dass man sie verstehen will, ihnen wirklich zuhören, sie ernst nehmen, mit ihnen offen und ehrlich in Beziehung treten, sie auch herausfordern, sich mit ihnen reiben und auseinandersetzen, könnte es möglich machen, dass Schülerinnen und Schüler sich auf etwas einlassen, das zunächst einmal nur mir als Lehrperson wichtig und wertvoll ist.

Ich weiß, dass über eine wertschätzende und ernstgemeinte Beziehung Schülerinnen und Schüler bereit sind, sich auf etwas ihnen zunächst vielleicht Unangenehmes, Verstaubtes, Uninteressantes einzulassen und zwar mir zuliebe.

Und aus diesem „dir zuliebe“ höre ich zu , oder mache ich mit, kann ein eigener Zugang zu Gott und ein Weg mit Ihm/Ihr entstehen.

Beziehungen echt und authentisch zu leben fordert uns Menschen heraus und ist auch oft mühsam. Ebenso ist das Spüren von Grenzen für mich eine große Herausforderung.

Von sich selbst etwas preiszugeben, zu erzählen und sich damit vielleicht ein Stück weit angreifbarer und verletzlicher zu machen, ist meiner Meinung nach wert und notwendig, damit Schülerinnen und Schüler die christliche Botschaft selbst erfahren und entdecken können.

Der Beitrag wurde verfasst von Mag. Astrid Vantsch, Religionslehrerin an der Kath. BAfEP.