TATSACHEN: Bee-Bots

Die Rubrik TATSACHEN gibt wieder Einblicke in Entwicklungen an unserer Schule bzw. an den Übungsstätten.

Diesmal möchten wir in den Bereich der Medienbildung hineinsehen und entdecken dabei Ungewohntes! So bekamen wir eines Tages ein Paket mit einem neuartigen Spielmaterial ins Schulhaus bzw. den Praxiskindergarten geliefert…..

…und plötzlich waren sie da! Bee-Bots

Sie erinnern an Bienen, sind aber keine Bienen. Kleben an der Wand, müssen aufgeladen werden, können sich aber nur kriechend weiterbewegen, so gar nicht dem Wesen einer Biene entsprechend.

Die Rede ist von den sogenannten Bee-Bots,[1]kleinen Bodenrobotern, die sich mit Richtungstasten einfach programmieren lassen, mit dem Ziel, das analytische, vorausschauende Denken sowie die Problemlösungskompetenz von Kindern zu fördern. Glaubt man den allgemeinen Beschreibungen, erhalten Kinder dadurch Einblicke in die elementare Robotik, sollten erkennen, dass Roboter Befehle ausführen, die exakt und überlegt sein müssen, damit die kleine Bienenmaschine auch wirklich das tut, was das Kind will.

…und nun sollen diese Bienen den Praxiskindergarten erobern.

Über das WIE sind wir uns einig.

Es muss den Forschergeist des Kindes herausfordern, dem Drang, Lösungen selbst und mit anderen Kindern zu entwickeln, entgegenkommen, das kindliche Denken inspirieren, Spannung und Freude verbreiten und letztendlich als Spiel wahrgenommen werden, das Spaß macht.

In Gruppen zu 4 bis 6 Kindern stellen wir die Bee-Bots vor und lassen jegliche Handhabung offen, sogar der Einschaltknopf muss entdeckt werden. Wir stehen begleitend zur Verfügung, stellen Fragen, bestätigen, ermutigen, bieten Denkrichtungen an. Aber – wir sagen nicht, wie die Biene funktioniert. Das ist Teil des Spiels.

Was wir sehen, erfreut uns.

Kinder reagieren mit kindlicher Neugier, mit dem starken Wunsch, die Biene zu „knacken“, probieren aus, unterstützen sich gegenseitig, lernen aus gemachten Fehlern, überdenken gedachte Wege, probieren, stellen neue Überlegungen an. Sie entwickeln eigene Spiele, teilen ihre Überlegungen, integrieren Material, das ihnen zur Verfügung gestellt wird und lassen die Biene auch wieder Biene sein. Je nach Interesse verabschieden sich die Kinder früher oder später von ihrem piepsenden Bee-Bot und wenden sich wieder ihren Tätigkeiten, Auseinandersetzungen, Fragen und Spielen zu.

Bee Bots I Kbafep Kettenbrücke Innsbruck

Zugleich wundern sie sich über die fluguntauglichen Bienen, die für sie obendrein wie ein Babyspielzeug aussehen.

Sie fragen sich, warum dieses Bienenteil keine Fernsteuerung besitze, damit es fliegen könne und seit wann eine Biene krieche?

Gefragt nach den „echten Bienen“ entsteht eine wichtige Diskussion über die Bedeutsamkeit der Honigbienen in unserem Ökosystem mit der offenen Frage, was Bee-Bots mit echten Bienen gemeinsam haben.

Nichts – ist das Ergebnis, nicht einmal der Körper erinnert daran.

„Warum haben die kein Auto gemacht?“

Ja, diese Frage muss offenbleiben.

Kinder – und das ist wieder schön zu sehen- verzeihen dies den Entwicklern der Bee-Bots.

Sie wenden sich in der Werkstatt ihren Tätigkeiten zu.

Ich beobachte ein fantasievolles Rollenspiel, und mir wird klar, wie viel Problemlösungskompetenz und vorausschauendes Denken allein in diesem Spiel sichtbar wird.

Also – es braucht nicht unbedingt Bee-Bots, um auf vielen Ebenen zu lernen.

Eine interessierte, fantasievolle, lernbereite und resonanzgebende Haltung einer Pädagogin bzw. eines Pädagogen schaffen ein spiel- und lernfreundliches Klima und eine große Bereitschaft, sich neuen Fragen und vielfältigen Themen zu stellen.

 

Der Bericht wurde von Ingrid Rieder MA, Lehrerin und Sonderkindergartenpädagogin an der Kath. BAfEP, verfasst.

 

[1]Unter„Bot“von englisch robot- ‚Roboter’- versteht man ein Computerprogramm, das weitgehend automatisch sich wiederholende Aufgaben abarbeitet, ohne dabei auf eine Interaktion miteinem menschlichen Benutzer angewiesen zu sein. https://de.wikipedia.org/wiki/Bot(Stand 2019-04-08).