Reges Interesse beim Vortrag “Angekommen – und doch nicht daheim”

Die Thematik der Integration von Flüchtlingskindern in Kindergärten ist brandaktuell. Dies zeigte sich am großen Interesse am Vortrag “Angekommen – und doch nicht daheim.  An die 100 Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen aus Stadt und Land, Lehrerpersonen der BAKIP, Studierende des Kollegs und SOKI-Lehrganges  sind der Einladung zum Vortrag an der Kath. BAKIP gefolgt.
Mag. Petra Sansone und Mag. Waltraud Schennach-Margreiter, beide Schulpsychologinnen und Notfallpsychologinnen beim Landesschulrat für Tirol, hielten diese Fachvortrag und gaben den anwesenden Pädagoginnen und Pädagogen Unterstützung und hilfreiche Tipps, was bei Kindern mit Fluchterfahrung zu bedenken und zu berücksichtigen ist. Vor allem kam zur Sprache, was die Kinder wirklich brauchen.
Eine wichtige Botschaft lautete: “DAS Flüchtlingskind gibt es nicht.” Wie sich Belastungen der Flucht, der Gewalt, des Kriegs auswirken, hängt von den individuellen Erfahrungen des Kindes ab.

Einige besonders hervorgehobene Hinweise der beiden Psychologinnen:

  • Kinder brauchen Alltag, Normalität und ganz gewöhnliche Dinge. Sie benötigen keine außergewöhnlichen Interventionen.
  • Kinder brauchen einen sicheren Ort. Auch wenn sie sich nicht über die Sprache verständigen können, spüren sie, wenn dass es diesen Ort (in der Betreuungseinrichtung) gibt, an dem ihnen niemand etwas Böses will.Dazu gehört psychische Unversehrtheit und emotionale Sicherheit. Ein gutes, wertschätzendes Klima in der Kindergruppe und Grenzen und Regeln, wo die Pädagogin darauf achtet, dass sie eingehalten werden. Dies ist für das Sicherheitsgefühl unerlässlich.
  • Kinder brauchen das Gefühl, selbstwirksam sein zu können. Nicht hilflos und ohnmächtig ausgeliefert zu sein. Besonders hilfreich ist u.a. kreatives Tun und Gemeinsamkeiten der Gruppe.
  • Kinder brauchen vor allem eine PädagogIn, die für sie da ist, an die sie sich wenden können. Diese muss keine therapeutische Arbeit leisten. Supervision und Reflexion sind unerlässlich.

Am Ende des Vortrags stand ein Zitat aus “Der Standard” vom 02. März 2016 von Haci Halil Usculan:
“Wir brauchen nicht diese defizitorientierte Perspektive, was Zuwandererkinder alles nicht können, sondern sollten sehen, was sie können”

Kinder auf der Flucht